BdV - Bund der Vertriebenen
BDV

Liebe Besucherinnen und Besucher,

vor dem Hintergrund unseres Verbandsjubiläums haben wir 2017 eine Bilanz aus sechs Jahrzehnten Arbeit für Menschenrechte, Heimat und Verständigung gezogen, aktuelle Anliegen thematisiert und den Blick auf kommende Herausforderungen gerichtet.

 

Wie so oft ergeben sich manche dieser zukünftigen Herausforderungen aus wegweisenden Dokumenten der Vergangenheit. So ist die Charta der deutschen Heimatvertriebenen von 1950 ein Fundament für unseren Einsatz für Recht und Gerechtigkeit sowie für ein freies und geeintes Europa. Der Blick auf die politische Situation unserer Zeit, in der in einigen europäischen Ländern wieder Grundwerte wie Pressefreiheit oder Unabhängigkeit der Justiz gefährdet sind, zeigt, wie wichtig gerade unsere grenzüberschreitende Arbeit nach wie vor ist.

 

Möglicherweise treten in diesen Entwicklungen Strukturen der Vergangenheit zutage, deren Gift bis heute weiterwirkt. Unrechtsdekrete, aufgrund derer vor mehr als sieben Jahrzehnten auch Millionen Deutsche aus ihrer Heimat vertrieben, ihres Besitzes beraubt, interniert, deportiert oder gar sanktionsfrei ermordet wurden, mögen zwar heute keine Rechtswirksamkeit mehr entfalten. Doch schon ihr formales Fortbestehen und der gesetzte Rechtsschein schreiben auch das Denken fort, das mit solchem Unrecht verbunden ist.

 

Solche Dekrete formal zu beseitigen, wäre damit nicht nur ein wichtiger Schritt zur Verständigung mit den deutschen Heimatvertriebenen. Es wäre auch ein klarer Beweis staatlicher Souveränität in bestem europäischem Sinne durch Bereinigung des eigenen Rechtssystems und somit genauso wichtig für die jeweils eigene Bevölkerung und die europäischen Nachbarn. Mit dem einstimmig beschlossenen Leitwort „Unrechtsdekrete beseitigen – Europa zusammenführen“ setzt das Präsidium des Bundes der Vertriebenen für das Jahr 2018 ein deutliches Zeichen in diese Richtung.

 

Ihr
Dr. Bernd Fabritius